Mit Stahl gegen die Strömung

Nach dem verheerenden Hochwasser im Herbst 2024 stand der Segelclub Albertus-Magnus-Schule (SC AMS) an der Neuen Donau vor einer Herausforderung: Die bisherige Steganlage war zerstört, die Saison in Gefahr. Doch statt aufzugeben, machten sich die Mitglieder daran, eine Lösung zu finden. Schnell war klar: Eine neue Anlage muss her. Dabei war entscheidend, dass die neue Anlage bestimmte Anforderungen erfüllt:

  • Eine einfache Bauweise, die es ermöglicht, dass auch Vereinsmitglieder ohne handwerkliche Erfahrung mitarbeiten können.
  • Eine modulare Konstruktion, die sich bei Bedarf erweitern oder anpassen lässt – um auch in 20 Jahren noch den Ansprüchen des Vereins gerecht zu werden.

Schlamm, Schwemmholz – und hunderte Kürbisse

Die Planungsphase hatte es in sich: Im Hafenbecken lagen rund zwei Meter Schlamm, Schwemmholz – und überraschenderweise auch hunderte Kürbisse, die aus den Feldern der Umgebung angeschwemmt wurden. Alles musste entfernt werden, bevor mit dem Bau begonnen werden konnte. Hinzu kamen wasserbaurechtliche Auflagen und die Notwendigkeit, statische Nachweise für die neue Anlage zu liefern.

Stark durch Zusammenarbeit

Neben professioneller Unterstützung durch Firmen wie Allinger (Fundamente) und Felbermayr (Aushub), war es vor allem der Einsatz der Vereinsmitglieder, der das Projekt möglich machte. Wir bei Frankstahl freuen uns, dass wir den Stahl für dieses beeindruckende Projekt liefern durften. Es ist ein wunderbares Beispiel dafür, was entsteht, wenn Technik und Teamgeist zusammenkommen.

Technik trifft Alltag – die neue Steganlage im Detail

Die neue Steganlage orientiert sich am ursprünglichen Design, wurde jedoch mit modernen Materialien umgesetzt. Schwachstellen aus der alten Konstruktion wurden gezielt verstärkt, und es wurde besonders darauf geachtet, dass einzelne Bauteile bei Bedarf leicht austauschbar sind.

Das Herzstück der neuen Anlage sind sogenannte Schorbäume

– rund sechs Meter lange, beweglich gelagerte Metallrohre. Sie dienen als Führungselemente und ermöglichen es der Anlage, bei Hochwasser Niveauunterschiede von über acht Metern auszugleichen – ohne die Verbindung zum Ufer zu verlieren. Gleichzeitig stabilisieren sie den Steg bei Wind und Strömung. Die Schorbäume sind in sogenannten „Schuhen“ verankert, die auf Betonfundamenten an der Uferböschung montiert wurden. Ergänzend stabilisieren stahlverstärkte Ketten die Konstruktion: Sie verlaufen kreuzweise unter Wasser und sind ebenfalls an Betonfundamenten verankert – so bleibt die Plattform auch unter Last in Position.

Ohne Steg kein Unterricht

Die neue Steganlage ist nicht nur ein Bauprojekt, sondern essenziell für den Schul- und Trainingsbetrieb. Ohne Steg müssen die Boote einzeln „geslippt“ – also mit viel Kraftaufwand ins Wasser geschoben werden. Besonders für Anfänger ist das kaum zu bewältigen. Deshalb istder Unterricht derzeit auf fortgeschrittene SchülerInnen beschränkt.

Eröffnung mit Regatta für den guten Zweck

Am 28. Juni 2025 wird die Eröffnung der neue Anlage mit einer besonderen Veranstaltung gefeiert: einer Erwachsenenregatta in Kinderbooten, dem sogenannten „Heißarsch“. Anschließend findet das Sommerfest des Vereins statt. Sämtliche Einnahmen und Spenden dieser Events fließen in das Projekt Mirno More der Caritas am Himmel, bei dem benachteiligte Kinder und Jugendliche gemeinsam eine Segelwoche erleben, um Gemeinschaft, Toleranz und interkulturelles Verständnis zu fördern.

Über den Verein:

Der Segelclub Albertus Magnus Schule ist aus einer Segelneigungsgruppe der Albertus Magnus Schule entstanden. Heute umfasst der Club rund 120 Erwachsene und 60 Jugendliche, sowie SchülerInnen verschiedener Schulen aus ganz Wien.Interessierte Schulklassen, die denSegelsport und die Anlage kennenlernen möchten, sind jederzeit willkommen. Weitere Infos: https://scams.at/

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